ULCUS CRURIS IST EINE CHRONISCHE WUNDE MIT URSÄCHLICHER GEFÄßERKRANKUNG.
Es gibt verschiedene Arten von Ulcus cruris - jede sollte fachgemäß behandelt werden!
UCV – ULCUS CRURIS VENOSUM
Nässende, meist schmerzfreie Wunde auf geschwollenem, schuppigem Bein.
UCA – ULCUS CRURIS ARTERIOSUM
Kalte, blasse Füße mit schmerzenden Stellen an Zehen oder Ferse.

Ulcus cruris

Was ist Ulcus cruris?

Ulcus cruris ist eine chronische Wunde, die häufig am Knöchel bzw. am Unterschenkel auftritt. Ursächlich ist eine Gefäßerkrankung. Es gibt verschiedene Arten eines Ulcus cruris, die wichtigsten sind:

  1. Ulcus cruris venosum (UCV):
    Es erscheint als feuchte, nässende Wunde, die oft infiziert ist. Das Bein ist geschwollen, schuppig und meist schmerzlos. Mögliche Risikofaktoren für die Entstehung können Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung oder genetische Veranlagung sein. Ursachen eines UCV können sein:
      • eine chronisch venöse Insuffizienz (CVI)
      • ein Krampfaderleiden
      • eine stattgehabte, tiefe Beinvenenthrombose (kann auch schon viele Jahre zurückliegen)
  2. Ulcus cruris arteriosum (UCA)
    Das UCA tritt vor allem an stark beanspruchten Stellen des Fußes, wie Zehen und Ferse auf. Die Füße sind kalt und blass. Häufig treten Schmerzen bei körperlicher Bewegung auf. Mögliche Risikofaktoren für die Entstehung können Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck oder auch erhöhte Blutfettwerte sein. Die Ursache eines UCA ist eine pAVK – periphere, arterielle Verschlusskrankheit. Dies ist eine Durchblutungsstörung (blasse, kalte Füße, eingeschränkte Gehstrecke („Schaufensterkrankheit“).
  3. Ulcus cruris mixtum (arteriell und venös bedingt)
    Das Ulcus cruris mixtum ist eine Mischform aus UCV und UCA. Von einem Ulcus cruris mixtum spricht man, wenn ein Patient mit einem „offenen Bein“ eine chronisch venöse Insuffizienz (CVI) und eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) hat.

In jedem Fall ist eine gefäßchirurgische Abklärung notwendig!

Was können Sie tun bei der Diagnose Ulcus cruris venosum?

  • ärztliche (gefäßchirurgische) Abklärung notwendig
  • Kompression (angepasste Kompressionsstrümpfe oder wickeln)
  • regelmäßige Bewegung (S-L-Regel = stehen und sitzen schlecht, lieber laufen und liegen)
  • krankengymnastische Übungsbehandlung zur Förderung der Beweglichkeit des Sprunggelenkes, um die Muskelpumpe im Unterschenkel zu aktivieren

Was können Sie tun bei der Diagnose: Ulcus cruris arteriosum?

Die Therapie besteht aus einer fachgerechten, regelmäßigen und konsequenten Wundbehandlung. Sie sollten darauf achten, dass:

  • Ihr Blutzucker optimal eingestellt ist
  • Ihr Blutdruck im Normbereich ist
  • Sie das Rauchen aufgeben
  • Sie sich regelmäßig bewegen
  • Sie Ihre Füße regelmäßig inspizieren und pflegen
  • Sie sich ausgewogen ernähren, evtl. Gewicht abnehmen

Maßnahmen bei Ulcus cruris mixtum

Im Fall einer Diagnose von Ulcus cruris mixtum müssen beide Erkrankungen therapiert werden.
Die venöse Ursache profitiert von einer Kompression, diese ist aber nur möglich, wenn die arterielle Durchblutung dies zulässt. Diese Durchblutung kann auch operativ verbessert werden.

Zur Diagnostik können verschiedene Untersuchungen durch einen Arzt angesetzt werden: Duplexsonographie und Phlebograpie z.B. für die chronisch venöse Insuffizienz. Für die arterielle Komponente gibt es die Möglichkeit des Duplex, ABI- Messung oder der MR-Angiographie.

Die ABI-Messung, oder auch KADI (Knöchel-Arm-Index)-Messung nehmen die Wundmanager im Hausbesuch vor. Die Werte werden dann dem behandelnden Arzt übermittelt, welcher die weitere Vorgehensweise mit dem Therapeutenteam bespricht.